Das Kreuz

Auf dieser Seite seht ihr ein besonderes Kreuz. Dazu gibt es eine Geschichte. Seitdem sich mein spirituelles Bewusstsein geöffnet hatte, sah ich überall Kreuze, vor allem auf LKWs, wenn ich für meine Arbeit unterwegs war. Immer wieder sah ich dann so viele Kreuze, dass ich mich schließlich fragte, ob das wohl noch normal war. Und dann zeigte sich, dass auch Kreuze auf meinen Weg kamen, die andere, wie zum Beispiel meine Beifahrer, gar nicht sehen konnten. Über Jahre hinweg konnte ich einfach nicht verstehen, was es bedeuten sollte, und Bernardine, Medium und meine Hilfe und Unterstützung in spirituellen Fragen, durfte es mir nicht erklären. Es war meine eigene Aufgabe, herauszufinden, welche Botschaft sich dahinter verbarg. Auf ihre Empfehlung hin habe ich dann um ein weiteres Zeichen gebeten, aber dennoch habe ich auch weiterhin immer wieder Kreuze gesehen. Erst später sollte ich Klarheit bekommen.

 

Give your Own Definition

Ruf der Stille, das Kreuzzeichen von Han
Ruf der Stille, das Kreuzzeichen von Han.

Weil ich mich in der Katholischen Kirche nicht mehr zu Hause fühlte, bin ich mittlerweile ausgetreten. Das war eine schwierige Entscheidung für mich, aber ich konnte mich nicht mehr identifizieren mit der Institution, ihrem Verhalten und ihren Vorschriften.

Und wichtiger noch: im Gegensatz zu dem, was ich in der Kindheit gelernt hatte, war Gott für mich nicht mehr der strenge Mann auf einem Thron, der die Welt regiert und vor dem man mit Angst und Ehrfurcht Rechenschaft für sein Leben abgeben muss. Für mich bedeutet Gott Gesamtheit, Kosmos, Energie, Liebe, ein wenig du, ein wenig ich. Der Kreuzweg Jesu in der Kirche ist jedoch buchstäblich ein Leidensweg, und genauso habe auch ich meinen "Kirchgang" erfahren.

Dazu muss ich allerdings sagen, dass Papst Franziskus es in dieser Hinsicht leichter für mich macht. Aber trotzdem entschied ich mich dazu, fünfzig Jahre Treue zur Kirche hinter mir zu lassen und meinen eigenen Weg zu gehen auf dem Pfad des spirituellen Bewusstseins. In diesem Entwicklungsprozess machte ich die Erfahrung, dass mein Abstand zu den Menschen links und rechts von mir immer größer wurde. Ich war, wie man so schön sagt, ein ausgesprochener "Netzwerker", da ich sehr viele Menschen kannte. Man könnte sagen: der waagerechte Bereich (Querbalken des Kreuzes) war dadurch sehr weit gespannt. Aber es wurde schnell enger; ich hatte das Bedürfnis, eine Verbindung zu schaffen zwischen Gott Vater (der Kosmos oder die Gesamtheit) einerseits und Mutter Erde andererseits - also die senkrechte Linie.

 

Bluetooth-Verbindung

MUTTER ERDE  ist ein wunderbares lebendiges Geschöpf mit einem unfassbaren Bewusstsein, so wie übrigens alle Planeten und Sterne im Universum. Und so wie jede Mutter das tut, schenkt sie uns das Leben: sie sorgt dafür, dass wir Wasser haben, sie sorgt für eine grüne Lunge mit Sauerstoff, sorgt für Ernährung, damit Pflanzen und Tiere hier leben können, und sie schenkt uns sogar unseren physischen Körper und nimmt ihn bei unserem Heimgehen wieder zurück (aus Staub bist du gekommen und zu Staub sollst du wieder werden).

Im Gegensatz zu dem, was ich früher gelernt habe (du bist ein Körper und hattest eine Seele), weiß ich jetzt, dass es sich umgekehrt verhält: du bist eine Seele und hast - zur Zeit - diesen Körper. Als Seele hast du gewählt, in genau dieses Leben, bei genau diesen Eltern, in genau dieser Zeit und Umgebung zu inkarnieren. Deine kosmische Seele wohnt für die Zeitspanne dieses Lebens in einem irdischen Kleid. Als Mensch (in der Einheit von Körper und Seele) sind wir alle zusammen in diesem Sinne eine wunderbahre Symbiose - genauso, wie es ein soll.

Für mich ist die Erde übrigens nicht beschränkt auf den Boden, den Rasen oder den Asphalt, worauf wir stehen. Auch zu Mutter Erde gehört ihre Aura, die Erdatmosphäre. Denn wie wir sehen, wurzeln die Bäume, Blumen und Pflanzen zwar in der Erde, aber sie leben auch weiter, wenn sie umgetopft werden, herausgenommen werden aus dem Boden und einen Platz bekommen auf unserer Terrasse oder unserem Balkon (und die Wurzeln folglich eine "Bluetooth-Verbindung" mit dem Boden haben). Die Beziehung zu Mutter Erde ist einfach da, und so verhält es sich dann auch mit uns Menschen. Auch wenn wir nicht im wörtlichen Sinn im Erdboden verwurzelt sind, so wie eine Eiche oder Zypresse, so sind wir dennoch körperlich ein Teil(chen) der Erde.

Bei unserer Inkarnation gehen wir in die Erdatmosphäre hinein und damit sozusagen in einen Nebel und leben so hinter einem Schleier von Vergessen - getrennt von zu Hause und herzlich begrüßt von Mutter Erde in ihrer Atmosphäre und damit innig verbunden mit ihrem Wesen.

 

Der Leidensweg ist vorbei, das Leben ist Spielen

So wie wir eine Einheit sind von Körper und Seele, so war Jesus Christus die vollkommene Symbiose von Gott Vater und Mutter Erde. Und so wie Gott Vater und Mutter Erde für uns selbstverständlich auf der senkrechten Achse des Kreuzes stehen, so steht Jesus Christus für mich - als Symbol für die Menschheit - in voller Breite auf der waagerechten Achse. Ich persönlich schlage darum kein Kreuzzeichen auf gewohnte Art, sondern ich mache es folgendermaßen: senkrecht von oben im Namen Gottes des Vaters nach unten hin zu Mutter Erde und dann waagerecht von links, das heißt von Jesus Christus, der Symbiose und dem Vorbild für die Menschen auf der Erde, hin zur rechten Seite und damit zu Liebe und Gemeinsamkeit.

Ruf der Stille, Termin im Lokal
Ruf der Stille, Termin im Lokal.

Der Kreis beschreibt (buchstäblich wie die Uhrzeiger) die Gemeinsamkeit. Deshalb erfahre ich es auch als sehr schön, über den Zeitraum einer Stunde zu meditieren. Das Kreuzzeichen hat seine Verankerung unten im Becken des Kreises. Und genau da, im Becken (in eurem Becken) findet ihr die Kraft der Stille. Schließlich könnt ihr den Kreis auch als schützende Aureole des Kreuzes betrachten, so wie ihr eure eigene Aura tragt und die Erde ihre Erdatmosphäre hat.

Das Kreuzzeichen ist mein eigenes Kreuz. Es ist für mich Symbol für die Einheit von Kosmos, Erde und dem wunderbaren Leben, das wir sind. Der Kreuz- und Leidensweg, wie er von der Kirche verstanden wird, ist vorbei. Neun Jahre lang wurde ich herausgefordert mit der Frage, warum ich in all diesen Jahren Kreuze sah, die andere Menschen nicht sehen konnten, und mir wurde zunehmend klar, dass ich die Antwort selbst entdecken musste (im wahrsten Sinne des Wortes "ent decken"): dass das Leben kein Leidensweg (Kreuzweg) sein will. Leben heißt natürlich Verantwortlichkeit übernehmen, darüber hinaus aber auch einfach spielen, Freude und Spaß haben und mit anderen teilen.

Inzwischen habe ich das Kreuz tatsächlich auch selbst gefertigt aus einer großen Eichenholzplatte. Es hängt jetzt in unserem Meditationsraum zu Hause in Breda (Niederlande). Ihr könnt es es auf dem Bild oben anschauen.

 

Lokal Der siebte Himmel

Wenn ihr möchtet, könnt ihr das Kreuz, meine Erklärung oder eure eigene Denkweise (Give your Own Definition) ungehindert kopieren und verbreiten - und selbstverständlich dürft ihr mich auch für verrückt erklären.

Ein guter Freund von mir, der Pfarrer ist, tut das nun schon, und mit ihm habe ich verabredet, dass wir uns später, wenn wir heim-gegangen sind, im Lokal "Der siebte Himmel" treffen, um dort beim Genuss eines Bieres uns zu fragen, wer von uns Recht hatte. Vielleicht wir beide, vielleicht auch nicht. Aber bestimmt gibt es dort ein Trappistenbier! Und falls nicht dort im "Siebten Himmel", dann doch bestimmt beim Nachbar "Au Vieux Han"...

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Das hier ist nur eine der vielen Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Über weitere Erlebnisse werde ich auf unserem Blog schreiben. Und wenn du möchtest, kannst du darauf antworten oder deine eigenen spirituellen Erfahrungen mit uns teilen. So kann daraus ein inspirierender Erfahrungsaustausch wachsen.

 

Ruf der Stille, Han Terneldeli